{"id":230148,"date":"2022-08-25T10:42:32","date_gmt":"2022-08-25T10:42:32","guid":{"rendered":"https:\/\/germanyafrica.com\/?p=230148"},"modified":"2022-08-25T10:42:34","modified_gmt":"2022-08-25T10:42:34","slug":"das-african-continental-free-trade-agreement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/das-african-continental-free-trade-agreement\/","title":{"rendered":"Das \u201eAfrican Continental Free Trade Agreement\u201d"},"content":{"rendered":"<p>Das <em>African Continental Free Trade Agreement<\/em> (AfCFTA), das mit 54 afrikanischen Staaten gr\u00f6\u00dfte Freihandelsabkommen der Welt, wurde 2021 mit dem Ziel einer verbesserten Handelsintegration des Kontinents eingef\u00fchrt. Zuvor erschwerten nicht nur hohe Zollabgaben zwischen den afrikanischen L\u00e4ndern den pan-afrikanischen Handel, sondern auch der bevorzugte Handel mit extraregionalen Partnern. Die EU ist seit 1995 mit einem Drittel des G\u00fcterhandels der wichtigste Handelspartner der Region, gefolgt von China und den USA. Vor allem die Abh\u00e4ngigkeit durch Rohstoff- und Agrarexporte nach Europa sowie der Import von Lebensmittelerzeugnissen und Industrieg\u00fctern f\u00fchrten dazu, dass der intra-afrikanische G\u00fcterhandel lediglich 0,36&nbsp;% des Welthandels abbildete. Der Zusammenbruch der Inlandsproduktion von Industrieg\u00fctern f\u00fchrte zu enormer Armut, was wiederum im Kreislauf der Abh\u00e4ngigkeit mehr Import und steigende interkontinentale Wirtschaftsbeziehungen zur Folge hatte. Neben hohen Zollabgaben erschwerten auch b\u00fcrokratische H\u00fcrden und Korruption, lange Wartezeiten an den Grenzen oder hinderliche Ausfuhrbestimmungen den intra-afrikanischen Markt. Laut der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen f\u00fcr Afrika (UNECA) wird durch die Diversifizierung der afrikanischen Wirtschaft der innerafrikanische Handel in diesem Jahr um 52&nbsp;% steigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Freihandelsabkommen leistet einen bedeutenden Schritt f\u00fcr die Umsetzung der Agenda&nbsp;2030 auf dem zweit-bev\u00f6lkerungsreichsten Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen. Die Ziele, eine nachhaltige und integrative Entwicklung zu f\u00f6rdern sowie die Gleichstellung der Geschlechter und einen Strukturwandel in den Mitgliedstaaten zu erreichen, sind wichtiger Bestandteil des Abkommens. Die Weltbank prognostiziert, dass die neue Freihandelszone 30&nbsp;Millionen Menschen aus der Armut holen sowie das Bruttoinlandsprodukt des Kontinents um 450 Milliarden US-Dollar steigern wird. Durch die Marktliberalisierung innerhalb Afrikas wird zudem gef\u00f6rdert, dass dank regionalem statt interkontinentalem G\u00fcterverkehr weniger CO2-Emissionen erzeugt werden. Die COVID-19-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig Selbstversorgung und der Aufbau regionaler Wertsch\u00f6pfungsketten auf dem Kontinent sind. Dieses Momentum ist eine Chance, nach der Pandemie als ein gest\u00e4rktes und geeintes Afrika f\u00fcr extraregionale Partner auf der Weltb\u00fchne zu erscheinen. Die oberste Pr\u00e4misse aller Handelsbeziehungen sollte jedoch f\u00fcr die afrikanischen L\u00e4nder die Erreichung der SDGs sein, vor allem SDG 1 \u201ekeine Armut\u201c und SDG 2 \u201ekeinen Hunger\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Europ\u00e4ische Parlament ver\u00f6ffentlichte Anfang Juni den Entwurf eines ausf\u00fchrlichen Berichtes \u00fcber die Zukunft der Handelbeziehungen zwischen der EU und Afrika, der in seiner Breite eindrucksvoll das Potential und die Chancen auch f\u00fcr die deutsche Wirtschaft deutlich macht. Insbesondere in Bezug auf die dr\u00e4ngenden \u00f6konomischen Fragen, die sich aus dem aktuellen politischen Zeitgeschehen ergeben \u2013 wie z.B. die Frage nach erneuerbarer und nachhaltiger Energieerzeugung zur Sicherung des deutschen Bedarfs angesichts der Ukrainekrise \u2013 zeigen sich hier deutlich die neuen und erweiterten M\u00f6glichkeiten zu f\u00fcr beide Seiten \u00e4u\u00dferst fruchtbaren Handelsdialogen und langfristigen L\u00f6sungen. Dem wirtschaftlichen Handeln Deutschlands und den deutschen Unternehmen steht damit ein historisch beispiellos starkes und wichtiges Afrika als Partner zur Seite.<\/p>\n\n\n\n<p>Quellen:<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00f6schemeier, J. &amp; Teti, F. A. (2021): Die panafrikanische Freihandelszone AfCFTA \u2013 Utopie oder reale Chance? Ifo Schnelldienst. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.ifo.de\/DocDL\/sd-2021-10-boeschemeier-teti-afcfta.pdf\">https:\/\/www.ifo.de\/DocDL\/sd-2021-10-boeschemeier-teti-afcfta.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Entwurf des Berichts \u00fcber die Zukunft der Handelbeziehungen zwischen der EU und Afrika stammt vom 03. Juni 2022 und kommt am 23. Juni 2022 zur Abstimmung. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/www.europarl.europa.eu\/doceo\/document\/A-9-2022-0169_DE.html <\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das African Continental Free Trade Agreement (AfCFTA), das mit 54 afrikanischen Staaten gr\u00f6\u00dfte Freihandelsabkommen der Welt, wurde 2021 mit dem Ziel einer verbesserten Handelsintegration des Kontinents eingef\u00fchrt. Zuvor erschwerten nicht nur hohe Zollabgaben zwischen den afrikanischen L\u00e4ndern den pan-afrikanischen Handel, sondern auch der bevorzugte Handel mit extraregionalen Partnern. Die EU ist seit 1995 mit einem [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":2,"featured_media":230143,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[27],"tags":[],"class_list":["post-230148","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized-en"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/230148","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=230148"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/230148\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":230149,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/230148\/revisions\/230149"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/230143"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=230148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=230148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=230148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}