{"id":229614,"date":"2022-03-04T21:04:50","date_gmt":"2022-03-04T21:04:50","guid":{"rendered":"https:\/\/germanyafrica.com\/?p=229614"},"modified":"2022-03-08T13:00:24","modified_gmt":"2022-03-08T13:00:24","slug":"the-democratic-republic-of-the-congo-a-change-of-perspective-on-africas-problem-child","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/the-democratic-republic-of-the-congo-a-change-of-perspective-on-africas-problem-child\/","title":{"rendered":"The Democratic Republic of the Congo \u2013 A change of perspective on Africa\u2019s problem child"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Mal, wenn ich mit dem Uber fahre ist das erste Smalltalk-Thema, welche Wurzeln ich denn habe. Die Reaktionen, dass ich halb deutsch und halb kongolesisch bin, weichen zwischen Europa und Afrika stark ab. Wenn ich beispielsweise in Berlin den Kongo erw\u00e4hne, erhalte ich in der Regel folgende Antwort: Ein mitleidender Blick und der Gedanke an B\u00fcrgerkrieg, Kindersoldaten und Ebola. In Johannesburg dagegen sind die ersten Assoziationen eine wundersch\u00f6ne Natur und reich an Bodensch\u00e4tzen wie Gold, Diamanten und Koltan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"translation-block\">Diese Reaktionen, die unterschiedlicher kaum sein k\u00f6nnten, spiegeln die aktuelle Situation im Kongo gut wieder: Ein Land mit gro\u00dfem Potential, aber auch mit gro\u00dfen Herausforderungen. Eines der gr\u00f6\u00dften Probleme ist die mangelnde Infrastruktur. Laut Weltbank haben beispielsweise im Kongo derzeit nur knapp 20 Prozent der Bev\u00f6lkerung Zugang zu Elektrizit\u00e4t. Auch in der kongolesischen Politik steht die unzureichende Infrastruktur stark im Vordergrund. Schon in seinem Wahlkampf hat der amtierende Pr\u00e4sident F\u00e9lix Tshisekedi dieses gro\u00dfe Problem in Angriff genommen und der Bev\u00f6lkerung den Aufbau von neuen Stra\u00dfen versprochen. Dieses Wahlversprechen hat ihm sogar den Spitznamen \u201eB\u00e9ton\u201c gegeben, und der Bev\u00f6lkerung gro\u00dfe Hoffnung, dass sich vieles \u00e4ndern wird. Denn es ist keine komplizierte Quantenphysik: Infrastruktur ist die Grundlage einer funktionierenden Volkswirtschaft. Sei es Stromversorgung, Stra\u00dfenbau, Bildung, oder digitale Vernetzung. All das ist unabdinglich, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen. Doch wie schafft man es, ein so vielf\u00e4ltiges, aber auch kompliziertes Land wie den Kongo nachhaltig und effektiv aufzubauen?<\/p>\n\n\n\n<p>Es scheint fast wie ein Teufelskreis: Viele internationale Firmen sind abgeschreckt, aufgrund der unsicheren Lage in den Kongo zu investieren. Solche Investitionen sind jedoch unausweichlich, um die Infrastruktur zu st\u00e4rken, und damit auch die Wirtschaft zu stabilisieren. Daher ist es wichtig, dass nun auch von deutscher politischer Seite Schritte unternommen werden, um insbesondere die Privatwirtschaft mit einzugliedern und auch bei Investitionen zu unterst\u00fctzen. Compact with Africa (CwA) ist daher ein interessanter Weg der G20 Staaten, diverse afrikanische L\u00e4nder auch im internationalen Markt attraktiver zu machen. Initiiert unter der deutschen G20-Pr\u00e4sidentschaft, setzt sich CwA das Ziel, private Investitionen in Afrika, auch im Infrastrukturbereich, zu f\u00f6rdern. Auch wenn die demokratische Republik (noch) kein Mitgliedstaat ist, ist es ein richtiger Schritt, den bereits oben genannten Teufelskreis zu durchbrechen, den auch zahlreiche andere afrikanische Volkswirtschaften erleben. Auch Pr\u00e4sident Tshisekedi hat w\u00e4hrend seines Besuches in Berlin 2019 appelliert, den Kongo als einen Wirtschaftsstandort zu sehen und rief zu Investitionen in den Kongo auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erster Schritt in Richtung Manifestation deutsch-kongolesischer Wirtschaftsbeziehung ist der Bau des Inga III Damms am Fluss Kongo. Hier will die Bundesregierung, geleitet von Kanzlerin Angela Merkels Afrikabeauftragtem G\u00fcnter Nooke mit deutscher Technologie die kongolesische Energieversorgung und Klimaschutz miteinander kombinieren. Ziel ist es n\u00e4mlich, den \u00fcbersch\u00fcssigen Wasserstoff wieder in Europa zu verwenden, um deutsche Klimaziele zu erreichen. Dennoch ist es wichtig bei solchen internationalen Projekten, neue Ans\u00e4tze in Anbetracht zu ziehen und sich langsam von der klassischen Entwicklungshilfe abzuwenden, und den Privatsektor von allen beteiligten L\u00e4ndern st\u00e4rker mizeinzubeziehen. Denn es ist ein schmaler Grat zwischen wirtschaftlicher F\u00f6rderung, und Marktverzerrung bzw. weiterer Abh\u00e4ngigkeit von Europa. Die Covid-19 Pandemie hat uns auch hier in Europa gezeigt, wie wichtig eine stabile Wirtschaft, aber auch internationale Zusammenarbeit ist, um Krisen zu \u00fcberstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sehe gespannt auf die zuk\u00fcnftigen Ergebnisse des Inga III Damms. Es ist ein interessanter Ansatz, um die deutsch-kongolesischen Wirtschaftsbeziehungen zu st\u00e4rken und den deutschen Privatsektor in den kongolesischen Markt zu integrieren. Es ist stark zu hoffen, dass dieses Projekt sowohl der Bundesrepublik als auch der Demokratischen Republik Kongo zugutekommt, und dass sich eine nachhaltige Partnerschaft auf Augenh\u00f6he daraus entwickeln l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Projekten wie diesen hoffe ich, dass sich auch hier in Deutschland der Blick auf den Kongo \u00e4ndert. Hoffentlich wird dann im Uber auch hier Deutschland die erste Assoziation mit dem Kongo positiv sein. N\u00e4mlich ein Land mit unendlichem Reichtum und gro\u00dfem Potential.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Every time I take an Uber, the first topic of small talk is what my roots are. The reactions that I am half German and half Congolese differ greatly between Europe and Africa. Typically, when I mention the DRC in Berlin, I get the following response: a compassionate look and the thought of civil war, [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":229836,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"off","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-229614","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229614","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=229614"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229614\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":229617,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/229614\/revisions\/229617"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/229836"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=229614"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=229614"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/germanyafrica.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=229614"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}