Afrikanische Energiepotenziale und deutsche Innovatoren

Deutsch-afrikanisches Win-Win-Potenzial?

Laut dem jüngsten Bericht des Weltwirtschaftsforums über die globale Wettbewerbsfähigkeit ist Deutschland weltweit führend im Bereich Innovationen. Auf der anderen Seite hat Afrika generell das Potenzial, der erste grüne Kontinent der Welt zu werden, indem es mit Hilfe Umsetzung sauberer Technologien einen Sprung nach vorne macht.

Beide teilen die gemeinsamen globalen Herausforderungen der heutigen Zeit und sind in der Lage sich gegenseitige gute Konditionen zubieten: Man kann sagen, dass Afrika ein potenzieller Exporteur von Elektrizität ist, da sie bereits über dem Eigenbedarf produzieren können. Dieser Strom könnte aufgrund seiner geographischen Naturgewalten aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden, wobei dieses Potenzial mit Hilfe effizienter und innovativer deutscher Technologien entfaltet werden könnte. Über den wirtschaftlichen Nutzen einer solchen Zusammenarbeit hinaus würden auch die positiven Effekte der Milderung von Klimafragen beachtet werden.

Afrika ist ein aufstrebender Kontinent mit Megatrends: Das rasante Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie die Urbanisierung haben Unternehmensberatungen wie McKinsey dazu veranlasst, den heutigen und zukünftigen Zustand des Kontinents  als „Africa ́s Business Revolution“ zu bezeichnen und auf „[die] Billionen-Dollar-Chance zur Industrialisierung Afrikas hinzuweisen, um sowohl die steigende Binnennachfrage zu befriedigen als auch einen Brückenkopf in den globalen Exportmärkten zu schaffen“ (Leke et al. 2018).

Afrikanische Energieszenarien

In den kommenden Jahrzehnten werden die Afrikaner vorwiegend in Städten leben und mehr Einheiten Strom verbrauchen als je zuvor. Man kann nicht leugnen, dass es noch gewisse Risiken und Hindernisse zu überwinden gilt, aber diese Herausforderungen bieten immense Chancen für die Zusammenarbeit zwischen den afrikanischen Ländern und externen Partnern, wie der deutschen Privatwirtschaft.

Es gibt eine Reihe von zukünftigen Energieszenarien in Afrika mit hohen Potenzialen und Chancen für monetäre Investitionen sowie Engagements im Bereich der infrastrukturellen und technologischen Zusammenarbeit. Im Rahmen des Partnerschaftsdialogs der Energieinitiative der Europäischen Union wurden mögliche Energietrends auf dem afrikanischen Kontinent aufgezeigt, wobei der Schwerpunkt unter anderem auf dem Übergang von bisher zentralisierten, kohlenstoffabhängigen Energieversorgungsszenarien zu dezentralen technologie- und innovationsfähigen Modellen in städtischen Kontexten lag.

Deutsche Unternehmen im afrikanischen Energiesektor

In diesen Szenarien kann die deutsche Privatwirtschaft die notwendigen Instrumente zur Überbrückung von Infrastrukturlücken, vor allem im Energie- und Strombereich, mitbringen: Einige wenige deutsche Unternehmen wie die Pfisterer Unternehmensgruppe engagieren sich bereits im afrikanischen Geschäftsumfeld. Pfisterer bietet Produkte im Bereich der Energieinfrastruktur an, wie zum Beispiel Kraftwerke, die konventionelle und erneuerbare Energiequellen hybridisieren. Aber auch kleinere Unternehmen wie AfricanSol zeigen mit innovativen deutschen Produkten die Potenziale für diese Engagements auf. Dieses Unternehmen hat sich auf innovative Technologielösungen im Bereich integrierter, solarer und solarthermischer Hybridanlagen spezialisiert, um den Bergbau, das Gewerbe und die Industrie sowie weitere Industriezweige mit zuverlässigen Energielösungen zu versorgen.

Diese beiden Unternehmen sind gute Beispiele für deutsche Innovatoren und Unternehmen. Sie haben ihre Gedanken und Anstrengungen in die geschäftliche Zusammenarbeit mit Afrika investiert – und haben deshalb inspirierende Erfolgsgeschichten zu erzählen.

So ist die deutsche Privatwirtschaft gut beraten, verstärkt in zukünftige Energieszenarien in Afrika zu investieren. Weitere bilaterale Aktivitäten zwischen Afrika und Deutschland sollen initiiert werden!


Benjamin Herrnsdorf
Communication Coordinator at the Germany Africa Businesss Forum